Das besondere Profil der Natur-Kindertagespflege

 

 

Bewegung

Unter einer bewegungsfreudigen Kindertagespflege verstehe ich einen Betreuungsort für Kinder, an dem Bewegung und Wahrnehmung das pädagogische Prinzip bilden und diese als elementare Erkenntnis- und Ausdrucksmöglichkeit verstanden werden. Die Kinder erhalten über eine anregungsreiche, vorbereitete Umgebung, sowie gezielte regelmäßige Bewegungsangebote die Möglichkeit, Erfahrungen mit dem Körper und ihren Sinnen zu machen. Der Tagesablauf wird geprägt von Bewegung in einem ausgewogenen Verhältnis, von angeleiteten Bewegungsangeboten und dem spontanen, selbsttätigen Entdecken und Erfahren der Umwelt durch eigene Bewegungsaktivität. Die Kinder erproben ihre Grundbewegungsformen und optimieren diese zunehmend über Angebote der Bewegungserziehung und Psychomotorik sowie über Bewegungsbaustellen und -landschaften.

Durch gezielt eingesetzte Räume und Freiflächen in der Natur-Kindertagespflege unterstütze ich den Prozess, in dem die Kinder aus alltäglicher Selbstverständlichkeit heraus ihre Umgebung entdecken und wertvolle Erfahrungen machen. Somit wird Bewegung zu einer Kombination aus alltäglicher Selbstverständ- lichkeit und außergewöhnlicher Attraktion. Ein Tag in einer bewegungsfreudigen Kindertagespflege besteht jedoch nicht ausschließlich aus Bewegung und Sport. Bewegungsaktivitäten der Kinder finden Verbindung mit spielerischem Handeln, kreativen Angeboten, anderen Aktivitäten, aber auch Ruhe- und Entspannungs- phasen, die für ihre Entwicklung wichtig sind. Allen Kindern steht ein Lauf- oder Fahrrad in der Natur- Kindertagespflege zur Verfügung. Die Pädagogin nutzt simultan ein eigenes Lastenrad für gemeinsame Einkäufe, den Ernte-Transport aus dem Pachtgarten, zur Altglasentsorgung etc., um ihre Vorbildfunktion aktiv auszufüllen und die eigene Fitness z.B. bei Fahrradtouren mit der Gruppe zu stärken.

 

 

Gesundheitsbewusstsein

Kinder sind offen und neugierig. Ihr Verhalten ist noch nicht eingefahren und somit verspricht frühe Gesundheitserziehung Erfolg. Ich will Grundlagen zu einer gesunden, naturgemäßen Lebensweise vermitteln. Bewegung an der frischen Luft gehört zum täglichen Ablauf.

Gesundheitliche Bildung und Erziehung lassen sich nicht auf bestimmte Aktivitäten beschränken, sondern sind Teil des Alltags in der Natur-Kindertagespflege. Sie umfassen die Bereiche der Ernährung, der Bewegung, des psychischen Befindens, der Unfallvorbeugung und Sicherheitserziehung, der Hygiene, der Verhütung von Krankheiten und Suchtprävention. Um langfristig erwünschte Einstellungen, Werthaltungen und Verhaltensweisen zu erzielen, spielen Lernen durch aktives Tun sowie Lernen am beispielhaften Verhalten eine entscheidende Rolle. Die Hinführung zu einem gesundheitsbewussten Verhalten ist als Lebenshilfe zu verstehen.

Gesundheitliche Bildung und Erziehung umfassen eine Vielzahl von Aufgaben. Insbesondere die im Folgenden dargestellten Zieldimensionen und Ziele sind zu berücksichtigen:

 

 

Körper / Hygiene

Grundkenntnisse über den eigenen Körper und die Psyche vermitteln

  • Kenntnisse über eigenen Körper sowie Krankheiten und Verletzungen vermitteln

  • Gliedmaßen bezeichnen, Sinnesorgane und innere Organe benennen und Funktionsweise erlernen,

    begleitet durch z.B. Kita aktiv Projektmappe „Mein Körper“

  • einfache Zusammenhänge verstehen wie Auge-Sehen, Nahrungsaufnahme-Verdauung, Aufbau und

    Funktion des Gebisses, Zahnwechsel, Parodontose und Kariesentstehung vermitteln (z.B. durch

    Projektthemen wie „In meinem Körper gehts mir gut“)

  • Grundkenntnisse über psychische Prozesse vermitteltn z.B. wie bestimmte Verhaltensweisen zu

    bestimmten Gefühlen führen

  • emotionale Gesundheit stärken (z.B. durch Einsatz von Bildkarten mit Entspannungsübungen oder

    Kinderyoga mithilfe von Streichelgeschichten)

  • Psychomotorik für innere Stärke positiv beeinflussen

  • Empathie vorleben

    Zur Gesunderhaltung des Körpers beitragen

  • regelmäßig, viel und abwechslungsreich bewegen (z.B. auch Radtouren)

  • Bewegungs- und Ruhephasen abwechseln

  • gemeinsam mit der Pädagogin die Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit erhalten durch gezielte

    Sportprogramme in der Sporthalle „Halle der Freundschaft“

  • Muskulatur und Kreislauf trainieren, z.B. durch Einbeziehung kleinster Wege für spontane Angebote

    wie „Ein Hut, ein Stock, ein alter Mann, vor, zurück, zur Seite ran“ u.v.m.

  • tägliche Routinen im Morgenkreis vollziehen, z.B. Dehnungsübungen mithilfe von Kinesiologie-

    Bildkarten für Kinder, um Blockaden zu lösen und Balance zu finden

  • richtiges Gehen, Stehen, Sitzen anleiten bzw. begleiten

  • geeignete Aktivitäten schaffen, um Reize auszulösen, z.B. Konfrontation mit Kälte und Nässe,

    Abhärtung und Stärkung des Immunsystems Hygiene und Körperpflege sicherstellen

  • Notwendigkeit von Körper-, Mund-, Raum- und Lebensmittelhygiene verdeutlichen und entspre- chende Einstellungen und Fertigkeiten vermitteln

  • Körperpflege zur Vermeidung von Krankheiten ermöglichen (jedem Kind stehen Handtuch, Zahnputz- becher, Zahnbürste, Zahnpasta, Gesichtscreme, Handcreme, Sonnencreme und eine eigene Hand- und Nagelbürste zur Verfügung)

  • Handhygiene nach Toilettenbenutzung und vor Mahlzeiten

  • Nagelpflege nach der Gartenarbeit

  • es besteht die Möglichkeit, ein Bad in der Badewanne zu nehmen

  • Kleidung gemäß Jahreszeit, Wetter und Anlass auswählen

  • auf richtige Zahnpflege und Ernährung achten (wichtige Bestandteile der Zahngesundheit)

  • Fertigkeiten für Zahn- und Mundpflege vermitteln

 

Ernährung

In der Natur-Kindertagespflege werden ausschließlich frische Lebensmittel und eine ausgewogene, saisonale und regionale Biokost angeboten. Alle Kinder trinken mindestens ein Glas Wasser oder Tee pro Mahlzeit. Hierfür steht ein Getränkespender mit Zapfhahn zur freien Verfügung. Das Mittagessen portionieren sich die Kinder jeweils selbstständig auf ihre Teller. Alle Komponenten müssen hierbei vertreten sein, jedoch entscheiden die Kinder, in welchem Umfang sie diese portionieren.

Die Mittagsmahlzeiten sind in Nudelgerichte, Reisgerichte, Kartoffelgerichte, Suppen / Eintöpfe, Fisch- speisen und einmal wöchentlich in Wunschspeisen eingeteilt, so dass die Kinder in die Erstellung des Essenplan einbezogen werden können. Am „Müsli-Mittwoch“ stehen verschiedene Varianten zur Verfügung, die Haferflocken, Körner, getrocknete Obstchips und Früchte, Nüsse, Amaranth und frisches Obst enthalten.

 

Am „Schlemmerfreitag“ werden die Essensregeln in der Natur-Kindertagespflege bewusst gebrochen: Zum Frühstück gibt es bestellte Brötchen aus dem nahegelegenen Naturata Biomarkt, die gemeinschaftlich um 8.00 Uhr abgeholt werden. Es besteht die Möglichkeit, nach einem halben herzhaft-belegten Brötchen, im Anschluss ein süß-belegtes z.B. Marmelade zu essen. Zudem lassen wir die Woche mit einem süßen Vesper ausklingen, z.B. mit selbstgemachten Kleinigkeiten aus Blätterteig aus dem Backofen.

Sich richtig ernähren, bedeutet in der Natur-Kindertagespflege:

  • Krankheiten durch Ernährungserziehung vorbeugen

  • Zusammenhang zwischen Ernährung und körperlichem Empfinden verdeutlichen Die Kinder sollen erfahren:

  • warum, womit und wie wir essen

  • was gesund und ungesund ist (unterstützt durch Bücher wie „Von A wie Ananas bis Z wie Zwiebel:

    Alles über Obst und Gemüse“)

  • was und wie viel wir trinken

  • wie ein gesundes Frühstück, Mittag, Vesper zusammengesetzt ist (z.B. durch die Orientierung an der

    Ernte des eigenen Gartens)

  • in welchen Phasen Mahlzeiten zubereitet werden und was beachtet werden muss, um z.B. Vitamine

    zu erhalten

  • wie man Tischkultur entwickelt und pflegt

  • dass man Mahlzeiten langsam und gut zerkaut einnimmt

  • gesunde Nahrungsmittel (Rohkost, Obst, Nüsse, Rosinen ...) mit allen Sinnen zu genießen

  • Mahlzeiten gemeinsam zuzubereiten

  • Lebensmittel gemeinsam zu verarbeiten und haltbar zu machen (z.B. in Erdmieten im eigenen

    Pachtgarten)

sich über Ernährung durch gemeinsames Reflektieren von Ernährungsweisen gegenseitig

auszutauschen, z.B. im Montagsmorgenkreis, was am Wochenende zu Hause gegessen wurde

 

 

 

Sexualerziehung

Die Sexualerziehung ist eng mit der körperlichen, sozialen und Persönlichkeitsentwicklung verknüpft. Im Kleinkindalter entdecken Kinder den eigenen Körper und die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Durch eine geborgene und sicherheitsgebende Umgebung schaffen wir Raum für offene Fragen. Themen wie Zärtlichkeit, Zeugung, Schwangerschaft, Geburt usw. erfordern spontan individuelle altersentsprechende Erklärungen, z.B. wenn sich Geschwister ankündigen. Dabei achte ich auf den korrekten, nicht vernied- lichten Gebrauch der Bezeichnung der Geschlechtsorgane. Ein unbelasteter Umgang mit der eigenen Sexualität ist zu fördern. Erziehung zur Liebesfähigkeit bedeutet zum einen, dass sich Kinder geliebt und geborgen fühlen, und zum anderen das sie andere lieben dürfen.

 

Suchtprävention

Verhaltensmuster, bei denen Kinder auf Frustrationen, Langweile, individuelle Probleme oder Stress mit Ersatzbefriedigungen wie dem Essen von Süßigkeiten, Medienkonsum reagieren, ist vorzubeugen. Die Kinder lernen sich selbstständig zu beschäftigen, wie man andere in eigene Aktivitäten einbindet und diese auf solche Weise reizvoller macht oder wie man individuelle Probleme mit Hilfe anderer löst. Der Stärkung von Frustrationstoleranz, Selbstständigkeit, sozialer Kompetenz und Konfliktfähigkeit ist eine große Bedeu-

tung beizumessen. Um der weitverbreiteten Konsumorientierung von Kindern entgegen zu wirken und gleichzeitig einen Beitrag zur Gewalt- und Suchtprävention zu leisten, wird eine spielzeugfreie oder –arme Phase durchgeführt.

 

 

Unfallvorbeugung

Es werden Vorschriften bei der Gestaltung der Innen- und Außenräume der Einrichtung beachtet. Sowohl die Aufsichtspflicht zur korrekten Ausübung unterschiedlichster Tätigkeiten als auch eine entsprechende Erziehung der Kinder wird durch die Pädagogin übernommen. Es werden nicht alle risikobehafteten Aktivitäten verboten, sondern die Kinder behutsam an Gefahren und Risiken herangeführt (brennende Kerzen, Scheren, Ängste bei Aktivitäten oder vor Tieren etc.). In der Verkehrserziehung wird ein den Verkehrsregeln entsprechendes Verhalten im Straßenverkehr vermittelt (z.B. bei den mehrmals wöchentlich stattfindenden Fahrradtouren im Stadtteil). Hierbei werden die Kinder durch die Pädagogin mit Helmen und Warnwesten ausgestattet. Es erfolgen regelmäßig neue Anleitungen zum Schnitzen mit dem eigenen Opinel Kindermesser. Die Kinder werden nicht gegen ihr Vermögen gefördert (Bsp.: Das Kind möchte auf ein hohes Podest, an dem eine frei schwingende Hängeleiter angebaut ist. Wenn es noch nicht imstande ist, allein hinaufzuklettern, wird es nicht auf das Podest gehoben.)

 

 

 Natur erleben, erkennen und schätzen lernen

Ich möchte Kindern ermöglichen, Natur zu erfahren, sie im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“ und sie dadurch kennen- und schätzen zu lernen. Durch das Spiel in der Natur hat das Kind die Möglichkeit, Vertrauen zu seinen eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Alles in der Natur ist einmalig und nichts gleicht dem anderen. Im Vordergrund steht das Erleben des achtsamen Umgangs mit der Natur, ihre Entwicklung und Veränderung sowie die eigene Wahrnehmung als Teil eines großen Systems. Der wertschätzende und ressourcenorientierte Umgang sowie der Nachhaltigkeitsgedanke im Einklang mit der Natur (sogar durch politisches Engagement bei der Teilnahme an einer „Fridays for Future“-Demonstration) werden in der Natur- Kindertagespflege gleichermaßen gefördert und gefestigt, wie ein achtsamer Umgang mit Gebrauchsgegen- ständen und Spielsachen.

Sowohl das Verwerten von Naturmaterialien wie Kastanien, Nüssen oder Muscheln u.a. für kreative Bastelaktivitäten als auch Re- und Upcycling-Projekte (Tapetenrollen werden zu Projektentwürfen, aus Toilettenrollen entstehen Waben passend zum Bienenprojekt u.v.m.) gehören zur gewohnten Erlebniswelt der Kinder innerhalb der Natur-Kindertagespflege. Der Wechsel der Jahreszeiten begleitet uns und lässt uns die Veränderungen der Natur im Laufe eines Jahres spüren und miterleben. So erfahren die Kinder die Sinnzusammenhänge in der Natur. Die natürliche Umgebung kann dazu beitragen, dass die Kinder sich auf ihre eigenen Kräfte und ihre Grenzen konzentrieren können. Der tägliche Aufenthalt und die Bewegung in der freien Natur tragen zur Unterstützung der Entwicklung der Grob- und Feinmotorik bei, steigern das körperliche und seelische Wohlempfinden und kräftigen die Gesundheit. Die Stille in der Natur fördert eine differenzierte Wahrnehmung, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und trägt zur Sensibilisierung für Geschehnisse um sich herum bei. Die Kinder lernen spielerisch durch Erfahrungen und Experimente die Tiere und Pflanzen kennen. Hierzu gehört auch, dass die Kinder einen Gemüsegarten mitpflegen. Ebenso soll der Kontakt zu Bauern mit Tierhaltung gepflegt werden. Dies stellt einen Bezug zu realen Handlungs- und Erlebnisräumen dar.

 

 

Spielen

Kindheit und Spiel sind untrennbar miteinander verbunden. Es ist die Haupttätigkeit des Kindes und eng mit seiner geistigen, seelischen, körperlichen und sozialen Entwicklung gekoppelt.

Kinder erleben ihr Spiel immer als wichtig und verfolgen ihr Ziel dabei mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit und mit hoher Konzentration. Nur im Spiel können Kinder so eigenständig, aktiv und selbst gewählt tätig sein und dürfen (fast) alles ausprobieren. Das Spiel ist für die Kinder eine Schutzzone, in der sie vergangene Erfahrungen verarbeiten und neue machen können. Vor allem durch das Nachahmen und die Imitation Erwachsener versuchen Kinder, ihre Umwelt zu begreifen. Das Spiel ist für die Kinder eine Möglichkeit, ihre Welt spielend zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden. Durch das spielerische Handeln erwerben die Kinder Fähigkeiten und Fertigkeiten und eignen sich Wissen an. Das Spielen ermöglicht dem Kind in jeder Entwicklungsstufe das zu tun und auszuleben, was es gern möchte. Zudem werden die Grob- und Feinmotorik, die Geschicklichkeit und die Koordinationsfähigkeit geschult.

Während das Kind spielt, entstehen vielfältige Kontakte zu anderen Kindern, Erziehenden und Erwachsenen. Dadurch sammelt das Kind soziale Erfahrungen, die jetzt und für sein späteres Sozialleben von großer Bedeutung sind. So muss sich das Kind auch mit verschiedenen Emotionen und Gefühlsregungen auseinander setzen. Dazu gehören positive Gefühle wie Freude und Zuwendung, aber auch negative Gefühle wie Ablehnung und das Hinnehmen einer Niederlage. Im Spiel können die Kinder ihre Träume, Fantasien und Wunschvorstellungen ausleben und es werden schöpferische und aktive Kräfte freigesetzt. All dies hilft dem Kind, seine eigene Identität zu finden und zu stärken.

Da das Spiel eine so wichtige Grundlage für die gesunde Entwicklung der Kinder ist, bedeutet das für mich als Pädagogin:

  • Ich räume dem Spiel oberste Priorität ein und schaffen Bedingungen, dass die Kinder intensiv und in Ruhe spielen können.

  • Ich nehme das Spiel der Kinder ernst und wichtig. Es kann genauso anspruchsvoll und anstrengend wie die Arbeit eines Erwachsenen sein.

  • Ich versuche den Kindern Spielpartnerin zu sein, die motiviert ist, mitzuspielen und die echtes Interesse an den Spielergebnissen zeigt.

  • Ich verzichte - soweit wie möglich - auf Spieleinschränkungen. Das heißt unter anderem, dass die Kinder dort spielen dürfen, wo sie möchten, dass sie Spielsachen („Spielzeugfreitag“) auch von zu Hause mitbringen dürfen (ausgenommen sind waffenverherrlichende Gegenstände), weil diese im Moment für sie wichtig sind, und dass sich die Kinder beim Spielen schmutzig machen dürfen.

    In der Natur-Kindertagespflege wird zudem auf sinnvoll ausgewählte, hochwertige Anschaffungen mit niedrigem Verschleißquotienten (z.B. Muggelsteine, Fagus Mobilkran und Holzbagger, „Meine erste Spielkrippe“ von HABA, Pferdestall von Drei Blätter) Wert gelegt. Die Spielmaterialien werden den Kindern frei zugänglich und übersichtlich angeboten. Sie sind innerhalb der Einrichtung in einem aus Schubladen, Tabletts, Kisten und Körben bestehenden System thematisch untergliedert. Das Aufräumen nach Abschluss einer Aktivität hat Priorität für den Fortgang eines neuen Interesses und erfolgt in der Natur- Kindertagespflege konzeptionell nach einem kinderfreundlichen, einfachen Model.

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Eigenverantwortung und Selbstständigkeit fördern

Kinder sind in der Lage, vieles selbstständig zu tun. Ich gebe Kindern alters- und entwicklungsgemäß die Möglichkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen. Somit kann ein Gefühl von Selbst- bestimmtheit entstehen und die Entwicklung von Eigenverantwortung wird unterstützt. Im Mittelpunkt stehen die Stärken und positiven Kompetenzen des Kindes. Gleichzeitig können „Schwächen“ (Ressourcen) ausgeglichen werden. Die Kinder erhalten positive Bestätigung für Handlungs- und Entwicklungserfolge. Dies trägt zum positiven Selbstbild bei. So sind sie schnell in der Lage, sich untereinander Hilfe anzubieten und diese auch in Anspruch zu nehmen. Mit einer Etikettiermaschine erstellen die Kinder der Natur- Kindertagespflege eigene Namensschilder für ihre Regale, Zahnputzbecher, Garderoben usw. Auch ein derartiges Ritual stärkt die Eigenverantwortung.

 

 

Fähigkeiten für die Förderung:

  • Zeit und Geduld haben

  • Zuwendung und Interesse bieten

  • Sicherheit vermitteln

  • Kommunikationspartner und Wertvorbild sein

Aktive Teilnahme an den Bedürfnissen der Kinder

In der Natur-Kindertagespflege gibt es gemeinsam aufgestellte Gruppenregeln, die sowohl jedes Kind der Gruppe als auch die Pädagogin unterschreiben und die als Orientierung für ein selbstbestimmtes Handeln und Denken fungieren. Auch dadurch werden die Kinder ermutigt, Probleme eigenständig zu lösen. Die Pädagogin versteht sich nicht nur als Vermittlerin, sondern als Reflexionsperson einer Situation oder einer Handlung. Priorität ist es hierbei, dass das Kind selbstständig auf eine „gute Lösung“ kommt“.

 

 

Soziale Fähigkeiten fördern

Kinder leben von Geburt an in einer Gemeinschaft. Zunächst ist dies die Familie. Die Gemeinschaft wächst und Kinder müssen Erfahrungen sammeln, um sich in ihrer sozialen Umwelt zurechtzufinden. Im täglichen Miteinander von Kindern untereinander sowie von Kindern und Erziehern findet dies seine Fortsetzung. Die Kinder erfahren und geben Wertschätzung. Es gibt eigene Bedürfnisse und Bedürfnisse anderer. Kompromisse müssen gefunden und Meinungen anderer akzeptiert werden. Es geht um das Anerkennen von Regeln und Grenzen, welche eine wichtige soziale Orientierung geben. Eine Unterstützung in Situationen der Uneinigkeit kann darüber hinaus auch durch den zielgerichteten Einsatz von Aktionswürfeln, z.B. zur demokratischen Entscheidungsfindung für das Spielgeschehen am Vormittag erfolgen.

Kinder sollen lernen, soziale Kontakte und Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Sie lernen sich gegenseitig zu helfen und zu achten, sich zu trösten, mit eigenen Gefühlen sowie denen der anderen Kinder umzugehen. Ich als Pädagogin lebe den Kindern einen respektvollen Umgang miteinander vor, der von gegenseitiger Wertschätzung und Achtung geprägt ist.

Im Wochenplan der Natur-Kindertagespflege gibt es für jedes Kind täglich kleine Aufgaben (wie z.B. das Gießen) zu meistern. Dies stärkt den sozialen Zusammenhalt, da jedes Kind einen Teil zum Wohlbefinden der ganzen Gruppe beträgt. Eigene, kreierte T-Shirts mit dem Slogan „1 von 5!“, die bei Bedarf beispielsweise zu Ausflügen getragen werden, unterstützen zusätzlich den Zusammenhalt der Gruppe.